Liebe Freunde,
nach langer, mit bewundernswerter Geduld getragener Krankheit ist Hedi Harner im Kreis ihrer fürsorglichen Familie für immer eingeschlafen.
Die passenden Worte für Hedi zu finden, fällt schwer, denn sie war in so vieler Hinsicht außergewöhnlich. Hedi war immer da, stets mitten im Geschehen, und hat mit unermüdlichem Einsatz überall mitgewirkt. Ihr Engagement, ihre Herzlichkeit und ihre Tatkraft haben unsere Gemeinschaft geprägt und bereichert.
Ich denke oft an den Moment zurück, als ich vor vielen Jahren von Handenberg nach Hochburg-Ach gezogen bin. Hedi war es, die mich damals fragte, ob ich mich im Gemeindeleben einbringen möchte. Mit dieser einfachen Frage begann eine tiefe und wertvolle Freundschaft. Sie vertraute mir eine erste politische Aufgabe an und daraus entstand so vieles.
Mit großer Weitsicht und Überzeugungskraft legte Hedi mit uns den Grundstein für das Historienspiel, knüpfte wichtige Verbindungen und setzte sich mit Herzblut dafür ein. Damals haben wir unsere Flyer selber ausgedruckt und gefalten! Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass unsere Gruberspiele bis heute mit so großem Erfolg aufgeführt werden.
Ob beim Bau des Gewölbes, bei der Renovierung des FXG-Gedächtnishauses oder in zahlreichen anderen Projekten, Hedi war immer an vorderster Front dabei. Mit Begeisterung, Energie und einem unerschütterlichen „Das schaffen wir!“ hat sie uns alle inspiriert. Sie war nicht nur eine hervorragende Köchin, die uns sehr oft verwöhnt hat, sondern auch eine verlässliche Stütze als Rechtsexpertin, Buchhalterin, Kassierin, Rechnungsprüferin und tatkräftige Arbeiterin.
Wenn ich an die Gründung unseres Vereins und die vielen aufwendigen Förderanträge denke, wird eines besonders deutlich: Für Hedi gab es kein „geht nicht“. Mit Zielstrebigkeit und positivem Denken hat sie selbst aus schwierigsten Situationen neue Kraft geschöpft.
Ein besonders prägendes Beispiel dafür ist der Franz-Xaver-Gruber-Friedensweg. Eines ihrer Herzensprojekte. Mit welcher Hingabe sie sich dafür eingesetzt hat, lässt sich kaum in Worte fassen. Auch wenn es bei solchen großen Vorhaben manchmal unterschiedliche Meinungen gab, am nächsten Tag war alles wieder gut, und man ging gemeinsam weiter nach vorne. Hedi konnte man einfach nicht böse sein.
Unvergessen bleiben auch die vielen schönen Momente, ihre legendären gebackenen Mäuse (Mehlspeisen), ihr feines Gespür im Umgang mit Menschen und ihre große Freude daran, als Gästeführerin unsere Geschichte lebendig zu vermitteln.
Mit Hedi verlieren wir eine beeindruckende Persönlichkeit, die nahezu alles für die Grubergemeinschaft gegeben hat.
Liebe Hedi,
nun heißt es Abschied nehmen. Im Namen der gesamten Grubergemeinschaft sagen wir von Herzen Danke für alles, was du für uns getan hast. Dein Wirken wird bleiben, und wir werden dich nicht vergessen.
Jetzt darfst du zur Ruhe kommen und dein erfülltes Leben, das du so großzügig mit uns allen geteilt hast, in Frieden betrachten. Wir sind überzeugt, dass dich viele liebe Menschen dort bereits empfangen haben, vor allem dein geliebter Sohn Martin. Vielleicht sitzt ihr auch schon beisammen, bei einem „Gruberstammtisch" mit Kircheln und Pofesen mit einen Achterl Gruberwein.
Du bist unersetzlich und doch liegt es nun an uns, in deinem Sinne weiterzugehen.
In Dankbarkeit und Hoffnung nehmen wir Abschied.
Deine Grubergemeinschaft
Barbara und Gerhard